Studie: Google zeigt KI-Übersichten bei 88 Prozent der kaufnahen Suchen
Veröffentlicht: 05. November 2026, 13:45 Uhr
Eine neue Semrush-Studie zeigt: In den USA erscheinen Googles KI-Übersichten inzwischen bei fast allen Vergleichs-, Preis- und Erfahrungssuchen. Was das bedeutet und wie es in Deutschland aussieht.
Inhaltsverzeichnis
Googles KI-Übersichten erscheinen in den USA inzwischen bei fast allen kaufnahen Suchen. Eine neue Auswertung von Semrush zeigt: Bei 400 kommerziellen Suchbegriffen stieg der Anteil mit AI Overview innerhalb eines Jahres von rund 46 auf 88 Prozent. Bisher galten die KI-Antworten vor allem als Thema für Wissensfragen. Jetzt stehen sie auch dort, wo Kunden vergleichen und entscheiden. In Deutschland ist es noch nicht so weit, die Richtung ist aber klar.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
- 88 Prozent der untersuchten kaufnahen Suchbegriffe zeigten im August 2026 eine KI-Übersicht, im September 2025 waren es 45,75 Prozent.
- Nach Suchvolumen gewichtet waren es sogar 97 Prozent.
- Bei Suchen nach dem Muster „Beste … für …“ lag der Anteil bei 96 Prozent.
- Den größten Sprung machten Suchen nach Erfahrungen und Tests: von 30 auf 89 Prozent.
- In Deutschland zeigte Google laut Sistrix Anfang 2026 bei rund 20 Prozent aller Suchbegriffe eine KI-Übersicht.
Was Semrush untersucht hat
Semrush hat ein festes Set von 400 Suchbegriffen ein Jahr lang Monat für Monat beobachtet. Alle Begriffe stammen aus drei Branchen und haben eine klare Kauf- oder Vergleichsabsicht. Es ging also nicht um Fragen wie „Was ist ein Girokonto?“, sondern um Suchen wie „bestes Girokonto für Selbstständige“ oder „Alternativen zu Software X“.
| Merkmal | Methodik |
|---|---|
| Veröffentlicht | 21. Oktober 2026 |
| Zeitraum | September 2025 bis August 2026 |
| Suchbegriffe | 400, gleichbleibend über den gesamten Zeitraum |
| Branchen | Banking, Software, E-Commerce |
| Suchtypen | Alternativen, „Beste … für …“, Preise und Kosten, Erfahrungen und Tests, Marke gegen Marke |
| Markt | USA, Desktop |
Die Ergebnisse nach Suchtyp
Alle fünf Suchtypen haben deutlich zugelegt. Im August 2026 lag keiner mehr unter 80 Prozent:
| Suchtyp | Sept. 2025 | Aug. 2026 |
|---|---|---|
| „Beste … für …“ | 42,7 % | 96,1 % |
| Erfahrungen und Tests | 30,1 % | 89,0 % |
| Marke gegen Marke | 63,4 % | 86,6 % |
| Alternativen | 48,4 % | 82,8 % |
| Preise und Kosten | 43,6 % | 82,1 % |
| Gesamt | 45,75 % | 88,0 % |
Auch die Unterschiede zwischen den Branchen sind fast verschwunden. Im September 2025 lag E-Commerce noch bei knapp 33 Prozent und Software bei 68 Prozent. Ein Jahr später bewegten sich alle drei Branchen zwischen 85 und 91 Prozent.
Besonders deutlich wird die Entwicklung, wenn man nach Suchvolumen gewichtet: Die 12 Prozent der Begriffe ohne KI-Übersicht machten zusammen weniger als 3 Prozent des Suchvolumens aus. Wer in den USA nach einem häufig gesuchten Vergleich sucht, bekommt also fast immer zuerst eine KI-Antwort.
Und in Deutschland?
Hierzulande zeigt Google KI-Übersichten deutlich seltener. Sistrix hat Anfang 2026 über 100 Millionen deutsche Suchbegriffe ausgewertet und kam auf einen Anteil von rund 20 Prozent, nach 17 Prozent im August 2025. Die Werte sind mit der Semrush-Studie nicht direkt vergleichbar, weil Sistrix alle Suchbegriffe betrachtet und nicht nur kaufnahe.
Wie stark die KI-Übersichten Klicks verändern, zeigt Sistrix aber deutlich: Erscheint eine KI-Übersicht, sinkt die Klickrate auf dem ersten Platz in Deutschland von rund 27 auf 11 Prozent. Insgesamt schätzt Sistrix den Verlust auf 265 Millionen organische Klicks pro Monat.
Unsere Einordnung: Bisher waren vor allem Ratgeber und Wissensseiten von KI-Übersichten betroffen. Die US-Zahlen zeigen, dass Google die KI-Antworten jetzt auch dort ausspielt, wo Umsatz entsteht: bei Vergleichen, Preisen und Erfahrungen. Auch die KI-Übersichten selbst starteten zuerst 2024 in den USA und kamen erst im Frühjahr 2025 nach Deutschland.
Was das für Unternehmen bedeutet
1. Vergleichs- und Preisseiten aktuell halten
KI-Übersichten fassen Preise und Vergleiche zusammen. Stehen auf Ihrer Seite veraltete Preise oder Leistungen, übernimmt die KI im schlechtesten Fall genau diese Angaben. Preise, Pakete und Vergleiche sollten deshalb ein klares Datum tragen und regelmäßig gepflegt werden.
2. Bewertungen dort sammeln, wo die KI nachsieht
Bei Suchen nach Erfahrungen greifen KI-Übersichten oft auf Bewertungsportale, Foren und Videos zurück. Echte Kundenbewertungen auf den wichtigen Plattformen Ihrer Branche werden damit noch wichtiger, im lokalen Bereich vor allem die Google-Bewertungen.
3. KI-Sichtbarkeit messen
Klassische Rankings zeigen nur noch einen Teil des Bildes. Prüfen Sie, ob Ihre Marke in KI-Übersichten genannt oder verlinkt wird und welche Quellen dort stattdessen auftauchen. Wie das geht, erklären wir unter KI-Sichtbarkeit messen.
4. Die Suchintention genau bedienen
Wer „beste Software für Steuerberater“ sucht, will eine Auswahl mit klaren Kriterien. Seiten, die genau diese Frage mit nachvollziehbaren Fakten beantworten, haben bessere Chancen, als Quelle zitiert zu werden. Mehr dazu unter Suchintention.
Fazit: Die KI-Antwort rückt näher an die Kaufentscheidung
Die Semrush-Zahlen zeigen einen klaren Trend: Google beantwortet in den USA inzwischen fast jede kaufnahe Vergleichssuche zuerst mit einer KI-Übersicht. In Deutschland liegt der Anteil noch deutlich niedriger, doch die Entwicklung geht in dieselbe Richtung.
Für Unternehmen heißt das: Es reicht nicht mehr, bei Google weit oben zu stehen. Wichtig wird, ob die eigene Seite in der KI-Antwort als Quelle auftaucht und ob dort die richtigen Angaben stehen. Wie verbreitet die KI-Suche insgesamt schon ist, zeigt unser Überblick KI-Suche in Zahlen 2026.
Taucht Ihr Unternehmen in den KI-Übersichten auf?
Wir prüfen, bei welchen Suchen in Ihrer Branche Google bereits KI-Übersichten zeigt, welche Quellen dort genannt werden und wie Ihre Seiten dort sichtbar werden.
KI-Sichtbarkeit prüfen lassenQuellen
Oliver Godolt: Experte für Kanzleimarketing & SEO
Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Digitalbranche, davon knapp 10 Jahre mit Fokus auf Kanzleimarketing und die Sichtbarkeit von Rechtsanwälten. Er ist spezialisiert auf nachhaltige SEO-Optimierung, hocheffiziente Leadgenerierung und die Digitalisierung juristischer Geschäftsmodelle.